Roboterkampf ist ein neuer Live-Sport, bei dem ferngesteuerte humanoide Roboter im Käfig gegeneinander antreten. Die Liga REK aus San Francisco veranstaltet ihn als erste mit Publikum und fester Arena. Gründer Cix Liv erklärt vor Ort, warum der Kampf das beste Geschäftsmodell für Humanoide sein könnte.
Wir von Everlast AI und Everlast Robotics waren beim ersten Death Fight zweier Humanoider dabei. Zwei Roboter kämpften mit Stahlklingen, bis einer liegen blieb. Für Unternehmen steckt darin mehr als ein Spektakel. Die Liga zeigt, wie sich teure Robotik heute schon refinanzieren lässt.
Roboterkampf in San Francisco: Wer hinter REK steckt
REK steht für Robot Entertainment Kombat. Der Name spielt auf das Gamer-Wort wrecked an, also komplett zerlegt. Cix Liv ist seit rund zehn Jahren in der Virtual-Reality-Branche aktiv. Dieses Wissen über Latenz und Steuerung entscheidet bei ferngesteuerten Robotern über Sieg und Niederlage.
Im Sommer 2025 finanzierte sich REK noch weitgehend selbst. Inzwischen ist Founders, Inc. aus San Francisco als Investor eingestiegen. Seit Ende Juni 2026 hat die Liga eine feste Arena an der Van Ness Avenue. Die Arena liegt in einem früheren Matratzen-Showroom. Die Roboter kommen aus China, etwa der T800 von EngineAI. Den Hersteller beleuchten wir in unserem Artikel über EngineAI genauer.
Liv bringt die Rollen klar auf den Punkt. China produziere laut ihm 97 Prozent der Humanoiden. Es fehle aber die verrückte amerikanische Kultur, um daraus ein Massen-Phänomen zu machen. Genau diese Lücke will REK füllen.
Vom Hauskauf zum Humanoiden
Die Gründungs-Geschichte klingt kurios. Liv stand vor der Wahl zwischen einem Haus und einem großen Humanoiden. Er entschied sich für den Roboter, einen Unitree H1. Nach eigener Aussage war er der erste private Käufer eines großen Humanoiden außerhalb von Firmen und Hochschulen.
Zwei Erkenntnisse prägten danach seine Strategie. Erstens sind diese Maschinen gefährlich. Ein umkippender Roboter könne ein Kind oder einen Hund verletzen. Das Bild vom Optimus, der die Wäsche faltet, hält er deshalb für verfrüht. Zweitens erzeugt ein Humanoid enorme Aufmerksamkeit. Jedes Video mit dem Roboter ging viral, vom Auspacken bis zum Akkuwechsel.
Viele Robotik-Demos laufen laut Liv in kontrollierten Umgebungen ab. Ein Mensch, der gegen einen Roboter boxt, wirkt dagegen echt. Das Publikum versteht sofort, wie groß, schwer und stark die Maschine ist. Diese Einordnung liefert keine Hochglanz-Demo.
Unterlassungs-Schreiben: Kalifornien stoppt Kämpfe mit Menschen
Am 18. September 2026 stieg der YouTuber Frankie LaPenna gegen Humanoide in den Käfig. Laut Video erreichte der Clip über 8 Millionen Aufrufe. Fünf Tage später reagierte die California State Athletic Commission, die Boxen und MMA im Bundesstaat überwacht.
Das Schreiben vom 23. September untersagt REK, Kämpfe mit menschlicher Beteiligung zu veranstalten, zu bewerben oder anzukündigen. Unlizenzierte Kämpfe kosten 100 bis 1.000 Dollar Strafe, dazu droht bis zu ein Jahr Haft. Entscheidend ist ein Detail: Das Gesetz definiert einen Kampf zwischen zwei Personen. Für zwei Roboter, die sich zerlegen, gibt es in Kalifornien keine Regel.
Liv nimmt die Lage mit Humor. Er rechnet damit, irgendwann aus Kalifornien verbannt zu werden. Auch in Europa hält er die Kämpfe kaum für zulässig. Wie unterschiedlich die Märkte Humanoide regulieren, zeigt auch unser Überblick zu humanoiden Robotern in China.
Der erste Death Fight: Rektile gegen T-REK
Im Hauptkampf trat Rektile gegen T-REK an. Rektile misst 1,88 Meter, wiegt 82 Kilo und trug Stahlklauen im Stil von Wolverine. T-REK, ein umgebauter EngineAI T800, wiegt 86 Kilo und kämpfte mit sogenannten Spartan Blades.
Beide Roboter haben über 1,80 Meter Reichweite. Die Klingen sind 25 bis 50 Zentimeter lang. Das Material ist gehärteter AR500-Stahl, sonst üblich für Schutzplatten. Fotografen mussten vom Käfig zurücktreten. Eine Klinge durchstach ein Kamera-Objektiv, die Schutzwände bekamen tiefe Risse.
Teleoperation statt Terminator: Warum Real Steel passt
Jeder Kampf bei REK wird von menschlichen Piloten gesteuert. Die Piloten nutzen ein Rig zur Tele-Operation, ursprünglich mit VR-Brille und virtuellem Cockpit. Liv sagt selbst, dass autonome Kämpfe noch weit entfernt sind. Er will sie auch nicht veranstalten.
Der passende Vergleich ist deshalb der Film Real Steel von 2011. Dort kämpft kein Roboter aus eigenem Antrieb. Der Roboter Atom kopiert in einem Schatten-Modus die Bewegungen seines Trainers. Genau dieses Prinzip setzt REK heute um. Der Roboter bleibt der verlängerte Arm des Menschen.
Das Herzstück der Liga ist ein Simulator mit derselben Physik wie die echten Roboter. Er läuft auf Steam und Meta Quest. Laut REK fanden darin über 20.000 Kämpfe in 65 Ländern statt. Echte Kämpfe gab es in neun Städten und drei Ländern, im Juli auch in Tokio.
Roboterkampf als Geschäftsmodell für Humanoide
Liv sieht das Ziel in Gladiatoren-Kämpfen zwischen Robotern. Langfristig plant er Arenen weltweit und eine Liga im Stil der Formel 1. Dort sollen Roboter aus Europa, Japan und China gegeneinander antreten. Größere Roboter scheitern derzeit an den Kosten. Jeder Zentimeter mehr verlangt mehr Strom und mehr Kühlung.
Für uns ist der wichtigste Satz des Abends ein anderer. Liv sieht Entertainment als einen der zwei großen Use Cases, die Humanoide heute schon tragen. Den universellen Haushaltsroboter verortet er rund 20 Jahre in der Zukunft. Unternehmen sollten das ernst nehmen. Wer heute Robotik plant, braucht ein Modell, das die Hardware jetzt bezahlt.
Fazit
Roboterkampf wirkt auf den ersten Blick wie ein schriller Nischen-Sport. Darunter liegt ein ernstes Muster. Private Kapitalgeber tragen das Risiko, zahlende Zuschauer finanzieren die Entwicklung. Kalifornien reguliert bisher nur Kämpfe mit Menschen, der Rest ist grüne Wiese.
Wir begleiten REK weiter und arbeiten daran, solche Formate auch nach Europa zu bringen. Ob die Liga in drei Jahren reguliert, verboten oder Milliarden wert ist, entscheidet sich jetzt. Sicher ist nur, dass der Mensch im Cockpit bleibt.
Häufige Fragen
Was ist REK?
REK steht für Robot Entertainment Kombat. Die Liga aus San Francisco lässt humanoide Roboter im Käfig gegeneinander antreten. Gründer ist der VR-Unternehmer Cix Liv. Seit Ende Juni 2026 hat REK eine feste Arena an der Van Ness Avenue. Investor ist Founders, Inc. aus San Francisco. Die Roboter stammen aus China, unter anderem von EngineAI und Unitree. Jeder Kampf wird von Menschen ferngesteuert.
Sind die Roboter bei REK autonom?
Nein. Jeder Roboter wird von einem menschlichen Piloten über ein Rig zur Tele-Operation gesteuert. Ursprünglich sah der Pilot dabei durch eine VR-Brille in ein virtuelles Cockpit. Cix Liv sagt selbst, dass autonome Kämpfe noch weit entfernt sind. Solche Kämpfe will er auch nicht veranstalten. Für uns ist das der entscheidende Punkt. Die Kontrolle bleibt beim Menschen.
Warum hat Kalifornien die Kämpfe mit Menschen untersagt?
Am 18. September 2026 stieg der YouTuber Frankie LaPenna ohne Lizenz gegen Humanoide in den Käfig. Daraufhin schickte die California State Athletic Commission am 23. September ein Unterlassungs-Schreiben. Die Behörde untersagt REK, Kämpfe mit Menschen zu veranstalten oder zu bewerben. Für solche Kämpfe drohen 100 bis 1.000 Dollar Strafe und bis zu ein Jahr Haft. Für Kämpfe zwischen zwei Robotern gibt es keine Regel.
Wie lief der erste Death Fight zwischen zwei Robotern ab?
Im Hauptkampf trat Rektile gegen T-REK an. Rektile misst 1,88 Meter, wiegt 82 Kilo und trug Stahlklauen. T-REK wiegt 86 Kilo und kämpfte mit sogenannten Spartan Blades. Die Klingen sind 25 bis 50 Zentimeter lang und bestehen aus gehärtetem AR500-Stahl. Fotografen mussten vom Käfig zurücktreten. Eine Klinge durchstach ein Kamera-Objektiv, in den Schutzwänden blieben tiefe Risse zurück.
Ist Roboterkampf ein Geschäftsmodell für humanoide Roboter?
Cix Liv hält Entertainment für einen der zwei großen Use Cases, die humanoide Roboter heute schon tragen. Den universellen Haushaltsroboter sieht er rund 20 Jahre entfernt. Für Unternehmen ist das ein interessantes Signal. Roboterkampf finanziert Hardware, Pilotentraining und Simulation, lange bevor Humanoide in Fabrik oder Pflege rentabel arbeiten. Laut REK lief der Simulator bereits in über 20.000 Kämpfen in 65 Ländern.





































































































