Pony.ai Robotaxi: So läuft die fahrerlose Fahrt in Shenzhen
Pony.ai ist ein Anbieter für autonomes Fahren aus dem Silicon Valley, der in China fahrerlose Robotaxis betreibt. Das Pony.ai Robotaxi fährt in Shenzhen bereits ohne Sicherheitsfahrer durch dichten Stadtverkehr. Leonard Schmedding von Everlast AI hat die Fahrt vor Ort getestet. Er zeigt, wie sicher, wie günstig und wie wirtschaftlich das System heute ist.
Rund 1.700 Fahrzeuge von Pony.ai sind aktuell in Shenzhen unterwegs. Wir ordnen ein, wie sich Pony gegen Waymo und Tesla schlägt. Und wir zeigen, was der Europastart in Zagreb für deutsche Unternehmen bedeutet.
Pony.ai Robotaxi buchen: So läuft die Fahrt ab
Die Buchung läuft komplett über WeChat, die Super-App Chinas. Ziel eingeben, bezahlen, fertig. Wenige Minuten später rollt das Fahrzeug an. Die Tür öffnet sich von allein, anders als bei Waymo ist kein Bluetooth-Entsperren nötig.
Im Innenraum folgen kurze Sicherheitshinweise: Türen schließen, anschnallen. Ein blauer Button startet die Fahrt. Ein KI-Begleiter ist mit an Bord. Auffällig ist eine Scheibe aus Plexiglas zwischen Rückbank und Lenkrad. Das soll verhindern, dass Fahrgäste ins Steuer greifen.
Am Ziel wählt der Fahrgast den Haltepunkt selbst per Display. Das Auto setzt also niemanden an einer ungünstigen Stelle ab. Eine 3D-Ansicht zeigt während der Fahrt alle erkannten Roller, Autos und Fußgänger.
Lidar statt nur Kameras: Die Technik hinter Pony.ai
Pony.ai setzt auf denselben Ansatz wie Waymo. Jedes Fahrzeug trägt neun Lidar-Sensoren und 14 Kameras. Tesla dagegen fährt seine Robotaxis rein kamerabasiert. Das Gründerteam stammt aus dem Silicon Valley und war teils an Google X beteiligt. Das erklärt die Nähe zum Waymo-Modell.
Der Sensor-Ansatz hat einen Preis. Pony.ai fährt nur in vorab kartierten Gebieten, genau wie Waymo. Manche Ziele lassen sich schlicht nicht ansteuern. Der Vision-Ansatz verspricht dagegen günstigere Autos, die überall fahren können. Diese These vertritt auch Prof. Dr. Ernst Dickmanns, der Pionier des autonomen Fahrens aus Deutschland.
Gebaut werden die Robotaxis längst nicht mehr in Eigenregie. Pony kooperiert mit Herstellern wie BYD und Toyota. Toyota fertigt seit Februar ein eigenes Pony-Robotaxi auf Basis des bZ4X in Serie.
Stresstest im chinesischen Stadtverkehr
Die Fahrt durch Shenzhen zeigt die Grenzen des Systems. Rollerfahrer schlängeln sich dicht am Auto vorbei. Das Pony.ai Robotaxi reagiert mit harten Bremsungen. In einer Situation bleibt es sogar mitten auf der Straße stehen.
Stehenbleiben ist allerdings keine Lösung. Das zeigte Ende März ein Vorfall bei Baidu in Wuhan. Nach einer Netzwerk- und Cloudstörung stoppten rund 100 Robotaxis gleichzeitig auf der Fahrbahn. Es kam zu Auffahrunfällen, der Betrieb wurde ausgesetzt. Auch Pony stand im Juni in der Kritik. Ein Fahrzeug überfuhr eine durchgezogene Linie, der Hintermann musste hart bremsen.
Die Regulierung zieht nach. In Shenzhen gilt seit dem 1. Juli eine neue Haftungsverordnung. Ab Juli 2027 schreibt China landesweit einen Standard vor. Autonome Autos müssen dann mindestens so sicher fahren wie ein aufmerksamer Mensch.
Wirtschaftlichkeit: Pro Auto profitabel, als Konzern im Minus
Die spannendste Zahl betrifft die Unit Economics. Ein Pony-Fahrzeug in Shenzhen schafft im Schnitt 23 Fahrten pro Tag. Es erlöst dabei 338 Yuan netto, also rund 40 Euro. Nach Guangzhou im Februar erreicht damit die zweite Stadt die Gewinnschwelle pro Auto. Waymo ist davon noch weit entfernt.
Der Konzern selbst schreibt dennoch rote Zahlen. Im zweiten Quartal setzte Pony 36 Millionen Dollar um. Nur rund ein Drittel davon stammt aus dem Robotaxi-Geschäft. Unter dem Strich stehen 45 Millionen Dollar Verlust. Sina Finance wirft Pony zudem vor, Buchgewinne schönten das Ergebnis. Die Aktie brach Anfang 2026 deutlich ein.
Finanziell bleibt Pony handlungsfähig. Rund 1,1 Milliarden Euro liegen auf dem Konto. Verträge über mehr als 4.000 weitere Robotaxis im Ausland sind unterschrieben. Neben der Nasdaq ist Pony seit November 2025 auch in Hongkong gelistet. Wie wir es bei Chinas KI-Strategie beobachten, fließt dort gezielt Kapital in Zukunftstechnologien.
Preiskampf: 60 Cent für eine Fahrt durch Shenzhen
Der größte Pluspunkt ist der Preis. Die Testfahrt dauerte 10 bis 15 Minuten und kostete rund 60 Cent. Das ist deutlich günstiger als Didi, der Uber-Ersatz in China. Gegenüber Waymo in San Francisco ist der Abstand noch größer.
Der Wettbewerb verschärft sich weiter. Didi schickt seit dem 31. August fahrerlose Robotaxis in Peking in den Testbetrieb. Baidu kommt mit Apollo Go schon auf über 300.000 Fahrten pro Woche. In den USA verlangt Waymo im Schnitt 1,40 Dollar pro Meile. Tesla liegt in Austin bei 81 Cent.
Unser Fazit aus dem Vergleich: Waymo erhält eine 8 von 10, Pony.ai eine 7. Der Abzug liegt am chaotischen Verkehr, weniger an der Technik selbst. Deutschland bekommt eine 0, weil es schlicht noch nichts zu testen gibt.
Robotaxis in Europa: Das Betreibergeschäft entsteht neu
Seit dem 10. September fahren in Zagreb Robotaxis mit Pony-Technik fahrerlos mit Fahrgästen. Betreiber ist Verne aus der Rimac-Gruppe. Die ersten fahrerlosen Robotaxi-Fahrten Europas laufen damit auf einem chinesischen System. Zagreb ist die erste von fünf europäischen Städten, die Pony mit Uber erschließen will.
In Luxemburg testet Pony seit Juni mit Stellantis und dem Fahrdienst Bolt. Auf der IAA Transportation stellte Pony einen autonomen Lkw vor. Er soll in den nächsten zwei Jahren nach Europa kommen. Waymo testet in London mit rund 100 Fahrten. In Deutschland erlaubte das Kraftfahrt-Bundesamt im Juli dem Anbieter Momenta Level-4-Tests mit Uber.
Für Unternehmen liegt die Chance woanders. Waymo fährt in London über den Flottenbetreiber Moove, in Zagreb betreibt Verne die Autos. Jemand muss die Fahrzeuge laden, reinigen, warten, versichern und unterbringen. Genau dieses Betreibergeschäft entsteht in Europa gerade komplett neu. Ähnliche Muster sehen wir im Shenzhen Robot Valley.
Fazit: Pony.ai Robotaxi zeigt, wo Deutschland steht
Das Pony.ai Robotaxi fährt in Shenzhen fahrerlos, günstig und pro Fahrzeug profitabel. Die Technik stammt ursprünglich aus Deutschland, Prof. Dr. Ernst Dickmanns hat sie mit erfunden. Trotzdem rollen die Flotten heute in China, den USA und Kroatien. Das Hindernis ist nicht technisch, sondern politisch und bürokratisch.
Unsere Mission bei Everlast AI ist klar: Deutschland soll nicht nur forschen, sondern Zukunftstechnologien anwenden. Wer jetzt in Betrieb, Wartung und Flottenlogistik für Robotaxis einsteigt, sichert sich einen Platz im neuen Markt.
Häufige Fragen
Wie funktioniert ein Pony.ai Robotaxi in Shenzhen?
Die Buchung läuft über die Super-App WeChat. Dort wird das Ziel eingegeben und direkt bezahlt. Das Fahrzeug kommt ohne Fahrer, die Tür öffnet sich automatisch. Nach Sicherheitshinweisen und dem Anschnallen startet ein blauer Button die Fahrt. Eine Glasscheibe trennt den Fahrgastraum vom Lenkrad. Ein KI-Begleiter und eine 3D-Ansicht der Umgebung zeigen, was das System gerade erkennt. Der Haltepunkt am Ziel lässt sich per Display selbst wählen.
Was kostet eine Fahrt mit dem Pony.ai Robotaxi?
Die Testfahrt im Video dauerte etwa 10 bis 15 Minuten quer durch Shenzhen. Der Preis lag bei nur rund 60 Cent. Damit liegt Pony.ai deutlich unter dem Fahrdienst Didi und weit unter Waymo in den USA. Zum Vergleich: Waymo verlangt im Schnitt 1,40 Dollar pro Meile, Tesla in Austin rund 81 Cent. Wir sehen darin den größten Hebel für die Massenadoption autonomer Mobilität.
Ist Pony.ai profitabel?
Auf Fahrzeugebene ja. Ein Robotaxi in Shenzhen schafft im Schnitt 23 Fahrten pro Tag. Es erlöst 338 Yuan netto, rund 40 Euro. Nach Guangzhou ist Shenzhen damit die zweite Stadt mit Gewinnschwelle pro Auto. Das Unternehmen als Ganzes schreibt aber Verluste. Im zweiten Quartal standen 45 Millionen Dollar Minus in den Büchern. Nur etwa ein Drittel des Umsatzes stammt aus dem Robotaxi-Geschäft.
Wann kommen Pony.ai Robotaxis nach Europa?
Sie sind bereits da. Seit dem 10. September fahren in Zagreb Robotaxis mit Pony-Technik komplett fahrerlos. Betreiber ist Verne aus der Rimac-Gruppe. Zagreb ist die erste von fünf geplanten europäischen Städten, die Pony.ai gemeinsam mit Uber erschließen will. In Luxemburg testet Pony.ai seit Juni zusätzlich mit Stellantis und dem Fahrdienst Bolt.





























































































