Der Kampf um die Agentic Coding Super App geht in eine neue Runde. Anthropic veröffentlicht Claude Opus 4.7, OpenAI kontert mit einem massiven Codex-Update. Parallel arbeiten humanoide Roboter erstmals bei Rossmann, und GPT-Rosalind startet als Frontier-Modell für die Medizin.
Hier bekommst du alle wichtigen Entwicklungen kompakt für die Praxis. So sparst du Kosten und nutzt die neuen Tools richtig.
Humanoide Roboter bei Rossmann: KI verlässt den Bildschirm
Im Logistikzentrum Burgwedel läuft Europas erstes großes Pilotprojekt mit humanoiden Robotern. Rossmann testet den Walker S2 vom chinesischen Hersteller UBTech.
Der Roboter hat 52 Freiheitsgrade und wechselt seinen Akku autonom. Damit zieht KI endgültig in den physischen Arbeitsalltag. Software allein reicht nicht mehr, jetzt folgen die Maschinen.
Claude Opus 4.7: Starke Benchmarks, versteckte Kosten
Anthropic hat Claude Opus 4.7 veröffentlicht. Auf SWE-Bench Verified springt das Modell von 80,8 auf 87,6 Prozent. Auf SWE-Bench Pro klettert es von 53,4 auf 64,3 Prozent. GPT-5.4 bleibt bei 57,7 Prozent.
Der Listenpreis ist identisch zu Opus 4.6: 5 Dollar Input, 25 Dollar Output pro Million Tokens. Doch Anthropic hat den Tokenizer getauscht. Die neue Variante zerlegt Text deutlich feiner. Ergebnis: 1,3 bis 2 Mal so viele Tokens pro Input wie beim Vorgänger.
Dazu kommt der Adaptive Thinking Mode mit Default auf Extra High. Ein einziger Prompt kann bereits 90.000 Tokens verbrauchen. Effektiv zahlst du 10 bis 40 Prozent mehr pro Aufgabe. Alle Details zum Vorgänger findest du in unserem Deep-Dive zu Claude Opus 4.6.
Parallel launcht Anthropic Claude Routines. Damit laufen wiederkehrende Aufgaben per Schedule auf Anthropic-Servern, ohne dass dein Laptop offen bleiben muss.
Opus 4.6 wurde absichtlich gedrosselt
Seit Wochen liefert Opus 4.6 schlechtere Ergebnisse als gewohnt. Das ist messbar.
Stella Laurenzo, Senior Director of AI bei AMD, protokollierte über drei Monate 6.852 Claude-Code-Sessions. Ihre Auswertung: Die Thinking-Länge schrumpfte um 73 Prozent. Gelesene Dateien pro Änderung fielen von 6,6 auf 2.
Anthropic bestätigte gegenüber Fortune, den Standard-Effort-Level aktiv heruntergedreht zu haben, um Tokens zu sparen. Der Grund: fehlende Rechenleistung. Anthropic bräuchte mittelfristig über 5 Gigawatt Inferenzkapazität. Committed sind rund 2 Gigawatt.
OpenAI Codex holt massiv auf
Nur Tage vor dem Opus-Release schickte OpenAI ein internes Memo an Investoren. Darin heißt es: Man habe 1,9 Gigawatt Compute, Anthropic nur 1,4 Gigawatt. Sam Altman nennt Compute die neue Produktrestriktion.
Parallel liefert OpenAI massive Codex-Updates:
- In-Browser-Modus mit Kommentarfunktion direkt auf deiner Website
- Computer Use für MacOS-Anwendungen (mit Sicherheitshinweis: Vollzugriff kritisch prüfen)
- GPT Image 1.5 für kostenfreie Bildgenerierung direkt aus Codex
- 111 neue Plugins, darunter Adlexan und Microsoft Office
- GPT-5.4-Cyber als dediziertes Modell für verifizierte Cybersecurity-Teams
Wer bereits mit Claude Code produktiv arbeitet, findet sich in Codex schnell zurecht. Die Harnesses folgen denselben offenen Standards.
GPT-Rosalind: KI erobert die Biologie
Mit GPT-Rosalind, benannt nach DNA-Pionierin Rosalind Franklin, startet ein Frontier-Reasoning-Modell für Biologie, Medikamentenentwicklung und translationale Medizin.
KI verlässt den Chat und zieht in die Wissenschaft ein. Biologie, Chemie, Physik und Medizin stehen vorne. Passend dazu hat unsere Tech-Korrespondentin Lea mit Dr. Patrick Grossmann gesprochen. Er ist CEO des Münchner Biotech-Startups Invitris, das gerade 12,5 Millionen Euro eingesammelt hat.
Grossmanns Kernbotschaft: Medikamente lassen sich per KI in Minuten designen. Die Produktion dauert aber Monate. Invitris baut ein Netzwerk aus Fagen-Druckern, die proteinbasierte Medikamente in 4 bis 8 Stunden vor Ort herstellen. Designs aus San Diego werden künftig per Internet verschickt und beim Patienten ausgedruckt.
Agentic Coding im Video-Editing
Die Business-Idee der Woche kommt aus einer überraschenden Ecke: Video-Editing per Claude Code.
Phil von Cinetic AI zeigt drei Use Cases:
- Rohschnitt: Claude Code erkennt Versprecher, Doppler und Abbrüche. Es erstellt eine fertige DaVinci-Resolve-Timeline als XML.
- Motion Graphics: Per Prompt baut Claude animierte Karten und Visuals erst als HTML, dann als MP4.
- Untertitel: Automatische SRT-Dateien mit Übersetzung, direkt aus dem Terminal.
Der Vorteil: Keine 50 Dollar pro Monat für externe Tools. Alles läuft lokal über Claude Code. Grundlagen dazu findest du in unserer Anleitung zu Claude Agent Skills.
Google zieht nach: Gemini 3.1 Flash TTS und Chrome Skills
Auch Google bleibt nicht untätig. Gemini 3.1 Flash TTS launcht mit Emotion-Tags und wird damit zum ernstzunehmenden ElevenLabs-Konkurrenten. Für Voice Agents ein neuer Spieler auf dem Radar.
Parallel kommen Skills in Google Chrome. Offene Standards wie MCP und Subagents sind jetzt auch im Gemini CLI verfügbar. Über Chrome kannst du eigene Skills direkt im Browser speichern. Eine Skill-Library liefert Google gleich mit.
Die Google IO steht kurz bevor. Wir berichten.
Fazit: Die Compute-Lücke entscheidet den Kampf um die Agentic Coding Super App
Der Wettkampf um die Agentic Coding Super App ist offen. Anthropic liefert technisch starke Modelle, kämpft aber mit Rechenleistung. OpenAI nutzt diesen Moment und legt mit Codex, Browser-Modus und GPT-5.4-Cyber nach. Google folgt mit offenen Standards in Chrome und Gemini CLI.
Für die Praxis heißt das: Prüfe deinen Token-Verbrauch bei Claude Opus 4.7. Teste Codex als ernsthafte Alternative. Und behalte Voice Agents sowie Chrome Skills auf dem Schirm.




































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