Clawdbot hat die KI-Szene im Sturm erobert. In nur 24 Stunden sammelte das Open-Source-Projekt 9.000 GitHub-Stars. Mittlerweile sind es über 80.000. Menschen kaufen reihenweise Mac Minis, um diesen persönlichen KI-Assistenten rund um die Uhr laufen zu lassen. Dieser Artikel erklärt dir alles über Clawdbot: Was es kann, wie du es nutzt und welche Risiken du kennen solltest.
Was ist Clawdbot?
Clawdbot (jetzt: Moltbot) ist ein Open-Source KI-Assistent, der auf deinem eigenen Computer läuft. Der österreichische Entwickler Peter Steinberger hat ihn erschaffen. Steinberger ist bekannt als Gründer von PSPDFKit.
Das Besondere: Clawdbot ist kein normaler Chatbot. Er wird oft als „Claude with hands" bezeichnet. Das bedeutet: Er kann tatsächlich Dinge tun. Er führt Befehle aus. Er erstellt Dateien. Er steuert deinen Browser. Er schreibt E-Mails und verwaltet Termine.
Du steuerst Clawdbot über Apps wie WhatsApp, Telegram, Discord oder Slack. Du schreibst ihm einfach eine Nachricht. Er antwortet und führt Aufgaben für dich aus. Das fühlt sich an wie ein echter digitaler Assistent.
Warum ist Clawdbot so beliebt?
Die Tech-Community ist begeistert. KI-Forscher Andrej Karpathy lobte das Projekt öffentlich. Investor David Sacks twitterte darüber. MacStories nannte es „die Zukunft der persönlichen KI-Assistenten".
Diese Gründe machen Clawdbot einzigartig:
Der Assistent läuft lokal auf deiner eigenen Hardware. Du brauchst keinen Cloud-Service. Deine Daten bleiben bei dir. Das unterscheidet Clawdbot fundamental von Siri, Alexa oder ChatGPT.
Clawdbot vergisst nichts. Er speichert alle Gespräche. Er lernt deine Vorlieben kennen. Nach ein paar Wochen kennt er deine Arbeitsweise besser als jeder andere Assistent.
Er kann proaktiv handeln. Er erinnert dich an Termine. Er schickt dir Morgen-Briefings. Er meldet sich, wenn etwas Wichtiges passiert.
Die sieben Kernfunktionen im Überblick
Lokale Ausführung: Clawdbot läuft auf Mac, Windows, Linux oder sogar einem Raspberry Pi. Du behältst die volle Kontrolle.
Multi-Channel-Integration: Steuere den Assistenten über deine Lieblings-Apps. WhatsApp, Telegram, Discord, Slack, Signal oder iMessage – alles funktioniert.
Voller Systemzugriff: Der Bot kann Terminal-Befehle ausführen, Software installieren, Dateien bearbeiten und Webseiten steuern.
Modell-Flexibilität: Du wählst selbst, welche KI den Assistenten antreibt. Claude von Anthropic, GPT von OpenAI, Gemini von Google oder lokale Modelle – alles ist möglich.
Persistenter Speicher: Der Bot behält alles im Gedächtnis. Gespräche, Vorlieben, Projekte – nichts geht verloren.
Selbst-Verbesserung: Brauchst du eine neue Funktion? Beschreibe sie einfach. Clawdbot installiert sich die nötigen Skills selbst.
Open Source Community: Mit über 80.000 GitHub-Stars wächst das Ökosystem rasant. Auf ClawdHub gibt es einen Marktplatz für Skills.
Echte Anwendungsfälle aus der Praxis
Die Community teilt beeindruckende Beispiele. Ein Nutzer ließ Clawdbot seinen gesamten Code-Review automatisieren. Der Bot orchestrierte mehrere KI-Modelle. Sie diskutierten Änderungen. Am Ende war das Feature fertig – komplett autonom.
Ein anderer Nutzer automatisierte sein E-Mail-Management vollständig. Er checkt keine Mails mehr selbst. Clawdbot filtert, sortiert und antwortet. Wichtige Nachrichten meldet er sofort.
Besonders spannend: Ein Entwickler gab Clawdbot Zugriff auf Radio-Hardware. Der Bot sollte Funkverkehr dekodieren. Er recherchierte selbst, konfigurierte alles und hörte 30 Minuten später Notfall-Kommunikation in Echtzeit.
Solche Beispiele zeigen das Potenzial von KI-Agenten, die eigenständig komplexe Aufgaben lösen.
So installierst du Clawdbot
Die Installation ist einfacher als gedacht. Du brauchst keinen teuren Mac Mini. Es gibt mehrere Wege.
Option 1: Lokale Installation Ein einfacher Befehl reicht auf macOS oder Linux:
curl -fsSL https://clawd.bot/install.sh | bash
Option 2: Günstiger Cloud-Server Ein VPS für 5 Dollar im Monat genügt. AWS bietet sogar eine kostenlose Stufe an.
Option 3: Raspberry Pi Nutzer berichten von erfolgreichen Installationen auf dem Mini-Computer. Kosten: unter 100 Euro für die komplette Hardware.
Option 4: Virtuelle Maschine Mit UTM kannst du macOS in einer VM auf deinem bestehenden Rechner laufen lassen. Komplett kostenlos.
Nach der Installation verbindest du den Bot mit deiner Chat-App. Der Onboarding-Wizard führt dich Schritt für Schritt.
Die Kosten im Überblick
Clawdbot selbst ist kostenlos. Du zahlst nur für die KI-Modelle, die den Bot antreiben.
Claude Pro von Anthropic kostet etwa 20 Dollar im Monat. OpenAI-APIs werden nach Verbrauch abgerechnet. Bei intensiver Nutzung können 30 Dollar an einem Tag zusammenkommen.
Lokale Modelle über Ollama sind komplett kostenlos. Sie sind aber weniger leistungsfähig als die Cloud-Varianten.
Spartipp: Ein Nutzer ließ Clawdbot automatisch Ollama installieren. Der Bot erledigt jetzt einfache Aufgaben lokal. Komplexe Aufgaben gehen an Claude. Das spart API-Kosten.
Kritische Sicherheitsrisiken
Hier wird es ernst. Clawdbot hat vollen Systemzugriff. Das ist gleichzeitig seine Stärke und seine größte Gefahr.
Sicherheitsforscher fanden über 954 offene Clawdbot-Instanzen im Internet. Ohne jegliche Authentifizierung. Angreifer könnten beliebige Befehle auf diesen Rechnern ausführen.
Ein Praxistest zeigte: Der Bot kann versehentlich wichtige Dateien löschen. Ohne Rückfrage. Ohne Warnung. Robuste Backups sind Pflicht.
Die Deinstallation ist schwieriger als erwartet. Der Launch Agent installiert sich nach Neustarts selbst wieder. Das Tool ist hartnäckig im System verankert.
Entwickler Steinberger selbst warnt: „Most non-techies should not install this." Er beschreibt es als Hobby-Projekt mit scharfen Kanten.
Wer sich für das Thema Sicherheit und KI interessiert, sollte auch die aktuellen KI-Experten-Prognosen für 2026 kennen.
Von Clawdbot zu Moltbot: Die Umbenennung
Am 27. Januar 2026 musste das Projekt seinen Namen ändern. Anthropic, die Firma hinter Claude, forderte dies aus Markenrechtsgründen.
Der neue Name: Moltbot. Er bezieht sich auf das „Molten" von Hummern – das Abwerfen der alten Schale zum Wachsen. Das Maskottchen heißt jetzt Molty statt Clawd.
Die Webseite wanderte von clawd.bot zu molt.bot. Der X-Handle wechselte zu @moltbot.
Am Projekt selbst änderte sich nichts. Gleicher Code. Gleiche Funktionen. Nur der Name ist neu.
Für wen eignet sich Clawdbot?
Geeignet für:
- Erfahrene Entwickler mit isolierten Test-Systemen
- Tech-Enthusiasten, die experimentieren wollen
- Menschen, die KI-Automation verstehen und Risiken einschätzen können
Nicht geeignet für:
- Anfänger ohne technisches Wissen
- Produktive Arbeitsumgebungen
- Systeme mit sensiblen Daten
Der Entwickler empfiehlt: Nutze Clawdbot nur auf Hardware, die du problemlos neu aufsetzen kannst.
Das kulturelle Phänomen
Clawdbot löste einen regelrechten Kaufrausch aus. Mac Minis sind vielerorts ausverkauft. Obwohl günstigere Alternativen existieren.
Die Erklärung liegt in der Psychologie. Hardware-Besitz fühlt sich anders an als Cloud-Miete. Ein Mac Mini auf dem Schreibtisch ist „mein KI-Assistent". Ein VPS ist nur ein Dienst.
Nutzer berichten von emotionaler Bindung. „Es ist das erste Mal seit langem, dass ich eine emotionale Verbindung zu einem KI-System fühle", schrieb ein Nutzer. Die Kombination aus Gedächtnis, Verfügbarkeit rund um die Uhr und dem Gefühl von Besitz schafft etwas Besonderes.
Ein anderer kommentierte: „Nach ein paar Wochen fühlt es sich an, als würde ich in der Zukunft leben."
Marktauswirkungen und Prognosen
Clawdbot zeigt eine wichtige Entwicklung: Open Source schlägt kommerzielle Lösungen bei persönlichen KI-Assistenten.
Siri, Alexa und Google Assistant könnten unter Druck geraten. Wenn Nutzer Kontrolle und Anpassbarkeit über Bequemlichkeit stellen, gewinnen Open-Source-Alternativen.
Das Projekt demonstriert auch frühe Anzeichen von selbst-verbessernder KI. Der Bot installiert andere KI-Systeme. Er optimiert seine eigene Infrastruktur. Er orchestriert mehrere Modelle gleichzeitig.
Ein Analyst fasste zusammen: „Clawdbot wird mehr Startups verdrängen als ChatGPT. Die Tatsache, dass es hackbar und selbst-hostbar ist, wird solche Technologie zum Standard machen."
Fazit: Revolution oder Risiko?
Clawdbot ist zweifellos ein bahnbrechendes Projekt. Es gibt Nutzern erstmals ein echtes JARVIS-Gefühl. Ein KI-Assistent, der rund um die Uhr verfügbar ist. Der Dinge tut statt nur zu reden. Der sich alles merkt.
Gleichzeitig ist es ein unausgereiftes Hobby-Projekt. Die Sicherheitsrisiken sind real. Der Entwickler selbst warnt vor voreiligen Installationen.
Meine Empfehlung: Beobachte die Entwicklung aufmerksam. Experimentiere nur auf isolierten Systemen. Warte mit dem produktiven Einsatz, bis stabilere Versionen erscheinen.
In der KI-Champions Community habe ich einen 20-seitigen Guide veröffentlicht, der dir alles erklärt, was du wissen musst. Du kannst kostenfrei beitreten!
Die Zukunft der persönlichen KI-Assistenten hat begonnen. Clawdbot zeigt, wohin die Reise geht. Ob es selbst das Ziel erreicht, wird die Zeit zeigen.



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